Peter Pankratz, November 2006
Lehrplan Sport-Oberstufe
Eine der sechs pädagogischen Perspektiven im Lehrplan Sport des Gymnasialen Bildungsganges lautet: „Gesundheit fördern, Gesundheitsbewusstsein entwickeln“. In der Gesundheitserziehung wird sowohl die Verbesserung der körperlichen als auch der psychischen Verfassung des Menschen angestrebt. Es geht darum in diesem Zusammenhang den Schülerinnen und Schülern Kenntnisse und Kompetenzen zu vermitteln.
Was versteht man unter Gesundheit? Was versteht man unter Fitness?
Begriffsbestimmung
Es gibt keine allgemein gültige Definition der Begriffe Gesundheit und Fitness: - Gesundheit ist kein Besitz, sondern eine stete seelisch-körperliche Aufgabe (Reindell und Rosskamm)
- Gesundheit ist nichts, was man sich passiv auf einem Krankenrezept in der Apotheke besorgen kann, sondern etwas, das man sich aktiv erwerben und erhalten muss (Rost)
- Gesundheit ist ein Zustand des umfassenden körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht lediglich ein Freisein von Krankheit und Schwäche (World Health Organization).
„Fitness“ in seiner umfassendsten Definition ist, wenn es sich um die „gesundheitsorientierte Fitness“ handelt, mit der Definition der WHO gleichzusetzen (beide Begriffe sind somit synonym).
Es gibt darüber hinaus viele „Fitness: - Konzepte – Bewegungen - Bezüge“ so z.B. die „sportartbezogene Fitness“ (Kraftsportler haben eine speziell auf die Kraft bezogene Fitness, während z.B. die Ausdauerleistungsfähigkeit kaum ausgebildet ist).
Welche Beziehung gibt es zwischen Gesundheit und Sport?
Prinzipiell gilt: - Sport ist nicht an sich gesund, sondern immer nur so gesund, wie man ihn betreibt (Rost)
- Jedes Alter hat seine Sportart(en). Die Altersstufe/individuelle Verfassung – und natürlich der aktuelle Gesundheitszustand- ist das Maß aller Dinge. Einstmals „gesunde“ Sportarten können sich mit der Zeit zu „ungesunden“ Sportarten entwickeln
- Zur Zeit gibt es zwei wesentliche Denk- und Handlungsansätze, die von unterschiedlichen Theorieansätzen (hier dargestellt in extremer Kurzfassung) ausgehen:
- Da wäre zum einen das sogenannte „Risikofaktorenkonzept“, mit der Hinterfragung „was macht krank“ (Pathogenese). Dieser Ansatz geht davon aus, dass das Risiko krank zu werden sowohl durch genetisch bedingte Anlagen (ca. 50%) als auch durch die Risikofaktoren (Fehlernährung, Bewegungsmangel, Suchtverhalten, Umwelteinflüsse, Disstress) besteht.
- Der andere Theorieansatz ist die sogenannte Salutogenese „was hält gesund“. Dieser Ansatz, entwickelt vom amerikanischen Medizinsoziologen Aaron Antonovsky beschäftigt sich mit der Frage, warum Menschen trotz stets präsenter potentiell gesundheitsbedrohender Einflüsse gesund bleiben. Er hat herausgefunden, dass neben allen medizinischen Kenntnissen (was macht krank) der sog. Kohärenzsinn eines Menschen von entscheidender Bedeutung ist. Das zentrale Element des Kohärenzsinnes ist...., „dass das Leben, das man führt, und dass die Aufgaben, die man zu bewältigen hat sinnvoll sind“. Es gilt Zuversicht in den Sinn des Lebens zu gewinnen. Wenn diese Zuversicht dauerhaft beschädigt wird (Mobbing, Verlustängste etc) oder nicht genügend aufgebaut wurde (das Gefühl der „Nicht-Anerkennung“, unerwünscht, nicht geachtet zu sein) dann bricht ein wesentlicher Sockel des Lebens (Lebenswille, -kraft) zusammen. Mit anderen Worten, es müssen diese gesundheitlichen Schutzfaktoren entwickelt und stabilisiert werden. Hierzu gehören:
- ein positives Selbstwertgefühl
- eine optimistische Grundeinstellung
- die Einstellung, Herausforderungen im Leben anzunehmen („das schaffe ich“, Offenheit für Neues)
- die Bereitschaft, sich zu engagieren
- die Fähigkeit Konflikte auszuhalten (Gruppendruck z.B. gegenüber Drogenkonsumwiderstehen, eigene Position beibehalten)
Schlussendlich Kinder und Jugendliche müssen „stark gemacht“ gemacht werden (hohe personale Ressourcen aufbauen um eine starke Psyche zu erlangen).
Aufgabe:
Wenn wir unter dem salutogenetischen Ansatz die Pädagogische Perspektive „Gesundheit“ in unserem Sportunterricht umsetzen wollen, müssen wir Anlässe schaffen, die dazu führen, dass Schülerinnen und Schüler aus eigenem Antrieb heraus sich bewegen. Darüber hinaus müssen die personalen Ressourcen gefördert werden, die für die Gesundheit von zentrale Bedeutung sind. Wie müssten die Inhalte und Ziele eines so angelegten Sportunterrichts sein? Entwickele unter diesen Vorgaben ein Konzept für die Sportart Fußball im Sport-Leistungskurs.
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