Peter Pankratz, Oktober 2006
Was versteht man unter "Leistung im Sport"?
Zum Wesen des Sports gehört die Leistung; es ist eine konstitutive (grundlegende) Bedingung. Von daher ist Sport auch immer der Leistung verpflichtet, unabhängig davon, ob sie nach vorgegebenen Kriterien (Verband, Lehrplan etc) oder nach selbst gewählten Kriterien bewertet wird.
Sport kann es ohne Leistung nicht geben, wenn man Leistung als das Ergebnis von Anstrengung oder das Erreichen von gesetzten Zielen, das überwinden von Schwierigkeiten versteht. Die zum Teil sehr unterschiedlichen sportlichen Motive ( Überbietungsprinzip / Siegen zu wollen, sich fit zu halten, fair zu sein, die „Leichtigkeit“ einer Bewegung zu genießen, akrobatische Kunststücke zu zeigen, Bewegungsrhythmus zu erleben etc.) sind sehr häufig auf Leistungsziele bezogen, bei denen persönliche (subjektive) Wertmaßstäbe/Gütemaßstäbe verfolgt werden.Dominierend ist das Leistungsprinzip im organisierte Wettkampfsport der Verbände, wo das Motiv der sportlichen Handlung mit dem Maßstab der Tüchtigkeit und Beharrlichkeit verbunden wird. |
Leistungen aber werden nicht nur durch körperliche Voraussetzungen bestimmt, sondern durch eine Vielzahl andere Einflussgrößen/Faktoren (exogene, endogene und situative).
So wird sie z.B. beeinflusst durch Bezugspersonen/-gruppen, politische Systeme, Vorbilder, geografische Bedingungen etc (exogene Faktoren). Endogene Faktoren (Körpergröße, Muskelfasertypen, intellektuelle Fähigkeiten, psychische Eigenschaften etc.) sind anlagebedingt. Darüber hinaus haben die sog. situativen Faktoren (Wachzustand, Motivation etc.) ebenfalls Einfluss auf die Leistungsfähigkeit.
Die durch den Sport in Gang gesetzten Leistungshandlungen (die ablaufenden Prozesse) unterliegen einer bestimmten Motivation.
Was versteht man unter Motivation im Sport?
Es wird davon ausgegangen, dass menschliches Verhalten (von daher auch Handlungen im Sport) von Motiven/Beweggründen/Sinngebungen geleitet wird. Je nach Situation kann das Verhalten ein und derselben Person in unterschiedlichen Situationen (Müdigkeit oder sehr gut ausgeruhter Zustand, ausgeglichen oder gestresst etc.) trotz gleichen Motivs (gemeint ist das leitende Motiv, da es meistens mehrere konkurrierende Motive gibt) bei der gleichen Sportart zu ganz verschiedenen sportlichen Handlungen führen. Mit dem Begriff Motivation versucht man dies zu erklären. Motivation hat also immer etwas mit der Interaktion (Wechselbeziehung zwischen....) von persönlichem Motiv und momentaner Situation zu tun.
Was steckt hinter dem Begriff Leistungsmotivation?
Was treibt ein Individuum an, etwas zu leisten?
Der bekannte amerikanische Motivationsforscher Atkinson hat in den 50er Jahren das sog. Risikowahlmodell entwickelt und erforscht, in dem es um die Ursachen persönlichen Leistungsstrebens geht. Das Modell beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen der „Erfolgserwartung“ und dem „Wert der Leistung“. Dieses Leistungshandeln wird durch Gütemaßstäbe (persönliches Ziel, Leistungserwartung, Anspruchsniveau) subjektiv vorgegeben und erlaubt somit eine situative Anpassung des Handelns sowie seiner Bewertung.
Atkinson und auch jüngere Untersuchungen haben herausgefunden, dass Sportler von zwei verschiedenen persönlichkeitsspezifischen Dispositionen (Bereitschaften) angetrieben werden, um Leistungsansprüche einzulösen; siehe dazu folgende Tabelle:
Leistungsmotivation / "Motivtyp" | stark | schwach |
Hoffnung auf Erfolg (subjektive Erfolgstendenz; Herausforderungen werden angenommen, Erfolgserlebnisse werden gesucht, „erfolgzuversichtlicher Sportler“, eher Optimist) | erfolgsmotiviert | misserfolgsmotiviert |
Furcht vor Misserfolg (subjektive Meidungstendenz; auch hier werden Herausforderungen angenommen aber vor allem unter dem Gesichtspunkt Misserfolge zu vermeiden, „misserfolgsängstlicher Sportler“, eher Pessimist) | misserfolgsmotiviert | erfolgsmotiviert |
Aufgabe:Analysiere zu welchem Motivtyp du gehörst.Wie sollte man als Lehrer/Trainer mit diesen „Typen“ psychologisch-pädagogisch arbeiten?