Russisch am GPW

Seit dem Schuljahr 2007/08 wird am GPW Russisch als 3. Fremdsprache angeboten. Derzeit (08/09) unterrichten Herr Riesen und Frau Stein die Lerngruppe Klasse 10/2. Lernjahr und Frau Heun die Lerngruppe Klasse 9/1. Lernjahr (noch G9).

 

Da die wirtschaftlichen, kulturellen und touristischen Beziehungen zwischen West und Ost immer enger werden, kommt dem Russischen eine große Bedeutung zu. Unserem Land kommt aufgrund seiner Lage und Geschichte eine besondere Mittlerrolle zu. Um dieser Aufgabe auch in Zukunft gerecht zu werden, ist es von großem Vorteil, neben den westlichen Sprachen auch die russische Sprache zu erlernen. Wer mehrsprachig ist, hat in der globalisierten Welt größere Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

 

Russisch ist eine Weltsprache, es gehört zu den 6 offiziellen Arbeitssprachen der UNO und ist nach Chinesisch und Englisch weltweit am meisten verbreitet. Russland ist flächenmäßig das größte Land der Welt und ist mit seiner Einwohnerzahl weltweit auf Rang 6. Über 150 Millionen Menschen haben Russisch als ihre Muttersprache.

 

Russisch ist eine wichtige Verkehrs- und Konferenzsprache sowie von herausragender Bedeutung als Wissenschaftssprache. Es dient als lingua franca in der GUS (ehemalige Sowjetrepubliken), die UNESCO beziffert den russischen Anteil and der Weltproduktion von Druckerzeugnissen mit 25%.

 

Als wichtiger Handelspartner unterhält Russland Geschäftsbeziehungen zu 150 Staaten, der russische Markt gilt langfristig als Zukunftsmarkt. Für nachhaltige Wirtschaftskontakte benötigen die Geschäftsleute nicht nur Kenntnisse der russischen Sprache, sondern auch der Mentalität und der kulturellen Gegebenheiten der russischen Welt.

 

Die Kenntnis der russischen Sprache ermöglicht den geistigen Zugang zu einem Land, das einen wesentlichen Beitrag zum europäischen Kulturgut geleistet hat. Russische Schriftsteller wie Puschkin, Dostojewski, Tolstoj gehören zur Weltliteratur. Musik, Ballett, Malerei, Film und Bühnenkunst haben große Bedeutung.

 

Die Verbindungen zwischen Russland und Deutschland sind zahlreich. Viele Ortsnamen, wie z.B. Berlin („trockener Platz im Sumpfgebiet“), Leipzig (Ort der Linden) sind slawischen Ursprungs. Bereits ab dem 6. Jahrhundert wanderten slawische Stämme in Gebiete westlich von Oder und Neiße ein (Sorben). Zarin Katharina die Große stammt aus Zerbst (Sachsen-Anhalt).

 

Sie war es auch, die 1763 deutsche Landsleute aufrief, sich in Russland anzusiedeln, um das fruchtbare, brachliegende Land nutzbar zu machen. Sie versprach ihnen Religions- und Steuerfreiheit. Es entstanden deutsche Siedlungen z.B. an der Wolga und auf der Krim. Unter Stalin wurden nach dem Überfall Nazideutschlands auf die Sowjetunion 1,2 Millionen Russlanddeutsche unter dem Vorwurf der Kollaboration  nach Osten deportiert, vorwiegend nach Sibirien, Kasachstan und ins Uralgebiet. Ab den 60er Jahren, besonders seit 1980 sind viele in ihre historische Heimat Deutschland zurückgekehrt. Dabei gehen die Zahlen stark zurück von ca. 200.000 jährlich auf heute noch ca. 30.000 jährlich.

 

Ein Drittel der europäischen Bevölkerung ist slavisch; Russischkenntnisse sind eine gute Grundlage für das passive Verstehen und leichtere Erlernen weiterer slavischer Sprachen (z.B. Polnisch, Tschechisch, Bulgarisch).

 

Die russische Sprache schult ähnlich wie das Lateinische durch ihren Formenreichtum und ihre flektierende Morphologie das analytische Denken und schafft gute Voraussetzungen für ein Sprachenstudium.

 

Russisch ist nicht schwieriger als andere Sprache, es ist uns nur nicht so vertraut. Russisch wird als moderne Fremdsprache gelehrt, also wird von der ersten Stunde an gesprochen, gehört, gelesen und geschrieben.

 

Am GPS werden Austauschfahrten organisiert, die Schüler erleben das Land hautnah in einer russischen Gastfamilie, lernen russische Küche, Lebensweise, Schule kennen. In diesem Jahr (2008/09) waren bereits Austauschschüler aus Kemerovo (Sibirien) und Saransk (europäischer Teil Russlands) hier in Weilburg, die Gegenbesuche finden im 2. Halbjahr statt.

 

Ebenso wie Englisch (Cambridge) und Französisch (Delf) können die Schüler auch eine Russischprüfung ablegen und ein Zertifikat bezogen auf den Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen erwerben.