
Das Hessische Kultusministerium hat im Sommer 2004 dem Gymnasium Philippinum das Gütesiegel für Schulen verliehen, die hochbegabte Schülerinnen und Schüler besonders fördern. Diese Förderung, die sich nicht nur auf Schülerinnen und Schüler mit einem IQ von mindestens 130, sondern überhaupt auf Schülerinnen und Schüler mit besonderen Begabungen bezieht, erfolgt unter anderem durch den bilingualen Zweig. Zusätzlich wird sie im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften durchgeführt. Natürlich steht die Teilnahme an diesen AGs allen Schülerinnen und Schülern offen, doch wird sie erfahrungsgemäß häufiger von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Begabungen wahrgenommen, da innerhalb der AGs eine stärkere individuelle Förderung möglich ist.
Weiterhin wird den Schülerinnen und Schülern regelmäßig die Teilnahme an Mathematik- und Fremdsprachenwettbewerben sowie der Mathematik- und Chemie-Olympiade eröffnet. Über die schulischen Angebote hinaus erhalten Hochbegabte und Hochleister gezielt Angebote diverser Fördereinrichtungen. Darüber hinaus bestehen sowohl für sprachbegabte und literarisch interessierte als auch für mathematisch-naturwissenschaftlich begabte Kinder diverse Kooperationen. Im Rahmen der Hochbegabtenförderung kooperiert das GPW eng mit dem Staatlichen Schulamt, das die entsprechende Beratung von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften unterstützt.
Auch hat das GPW begonnen, durch eine intensivere Zusammenarbeit mit den abgebenden Grundschulen Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5 gezielter zu fördern, indem dort bereits begonnene Maßnahmen fortgesetzt werden sollen. Seit dem Schuljahr 2006/07 bieten wir eine pädagogische Mittagsbetreuung an, die auch hochbegabten Schülerinnen und Schülern der Weilburger Grundschulen offen steht. Ansprechpartner ist Herr Rangol.
von Rainer Korbmann, Pressereferent der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ)
Halle/Weilburg – Die Schüler Michelle Schäfer und Arno Rehn vom Gymnasium Philippinum in Weilburg haben an einem Spitzentreffen von hochbegabten Schülerinnen und Schülern mit Spitzenforschern teilgenommen. Sie gehörten zu rund 70 herausragenden Schülerinnen und Schülern aus ganz Deutschland, die auf Einladung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ) und der Deutschen Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina drei Tage lang Aktuelles aus der Wissenschaft mit bekannten Forschern diskutieren durften. Sie nahmen mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) vom 2. bis 4 Oktober an der Jahrestagung der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle teil. Hier diskutierten herausragende Forscher aus Deutschland und Europa über Möglichkeiten und Grenzen von Computersimulationen in den Wissenschaften.
Michelle Schäfer und Arno Rehn hatten sich, wie alle ausgewählten Schülerinnen und Schüler, durch besondere Leistungen in den Naturwissenschaften qualifiziert. Sie wurden vom Philippinum vorgeschlagen und von der GDNÄ nach bundesweit einheitlichen Kriterien ausgewählt. Die Begegnung mit den Spitzenforschern sollte zu einem Berufseinstieg im Feld der Naturwissenschaften motivieren.
Auf Michelle Schäfer und Arno Rehn wartete in Halle ein besonderes Programm. Neben den Vorträgen der Tagung wurden für sie eigene Diskussionsveranstaltungen und persönliche Begegnungen mit Forschern arrangiert. Daneben konnten sie auch den Dom in Naumburg und die historische Stadt Halle kennenlernen und den Wissenschaftszug "Expedition Zukunft" besuchen. Bei der Entwicklung des Programms und bei der Auswahl der Schülerinnen und Schüler konnte die GDNÄ auf jahrelange Erfahrungen mit ähnlichen Schüleraktionen bei ihren eigenen wissenschaftlichen Veranstaltungen zurückgreifen. Mit der Nationalakademie Leopoldina ist dies die erste gemeinsame Aktion für hochbegabten Nachwuchs.
Bei der Jahresversammlung der Leopoldina zu "Computermodellen in der Wissenschaft - zwischen Analyse, Vorhersage und Suggestion" ging es um eine kritische Bestandsaufnahme zur Bedeutung von Simulationen in den unterschiedlichsten Bereichen der Wissenschaften. Führende Wissenschaftler aus Deutschland und Europa setzten sich damit auseinander, wieweit Computermodelle helfen, die komplexen Zusammenhänge in den unterschiedlichsten Systemen zu verstehen – von der Medizin bis zur Quantenphysik – und wo die Grenzen und Gefahren dieser umfassenden Modellierung liegen.