Termine

für die nächsten vier Wochen

 

21.05.13 - 24.05.13

ABI:

Präsentationsprüfungen

23., 24., 27., 28.05.13 ca. 19:00 Uhr

Der Zauberer von Oz

30.05.13

Fronleichnam

31.05.13

beweglicher Ferientag

27.05.13-13.06.13

Mündliches Abitur

04. und 05.06.13

Studientage Jg. 5-12 (Unterrichtsfrei)

07.06.13

Fairer Freitag

7., 8., 17., 18.06.13

Der Mann im Mond

21.06.13

Physik Challenge 2013

 



Mehr Termine nach erfolgtem Login!

Auszeichnungen


Bundesfinale "Jugend trainiert für Olympia" in Berlin

Berlin war für das Philippinum eine Reise wert – Bronze für die Jungen, Platz fünf für die Mädchen

 

Hans-Werner Bruchmeier

 
Es ist Sonntag, der 19. September, 9.00 Uhr morgens und wir stehen endlich am Bahnhof, abreisebereit zum Bundesfinale „Jugend trainiert für Olympia“. Drei Monate ist es her, dass die beiden Vierer unserer Schule das Landesfinale in Hanau erfolgreich bestritten hatten. „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“, der bekannte Spruch war auf der Heimreise immer wieder zu hören.
Drei Monate Vorbereitung liegen hinter uns, mit hunderten Kilometern in unseren Gig-Doppelvierern oder auch in Kleinbooten. Alle elf Ruderer, sind hochmotiviert, das merkt man auf der Reise. Man spricht schon über die Gegner in den Vorläufen, über die Chancen, direkt in das Finale zu rudern. In Berlin wird es hektisch. Ankunft Hauptbahnhof um 15.22 Uhr, schnell zur Akkreditierung mit Sonderbehandlung, das haben wir vorbereitet, denn Aline muss sofort zum Flughafen Tegel, unsere Schlagfrau Fabienne abholen, die seit drei Wochen in Belfast ist und nun extra eingeflogen wird. 16.20 Uhr: Mit dem Rest der Gruppe sofort ins Hotel, nahe der Regattastrecke in Grünau. Einchecken, Umziehen und sofort zum Potsdamer Platz. Wie in jedem Jahr kommen wir zu spät zum Empfang der Hessischen Landesregierung, aber rechtzeitig zur Büffeteröffnung. In diesem Moment sind wir komplett: Fabienne, Aline Bruchmeier, Malin Muser, Annemarie Zinke und Steuerfrau Isabell Zintl. Und der Jungen-Vierer mit Ersatzmann: Fabian Bindenberger, Lukas und Michael Kittler, Ferdinand Lößl, Jonas Schmitz und Steuermann Moritz Schönfeld. Für die Schönheiten Berlins haben wir kaum mehr einen Blick auf der Rückfahrt ins Hotel. Um neun Uhr liegen die meisten schon im Bett. – Montag 8.30 Uhr – noch einmal ausgeschlafen, dann mit allem Nötigen an die Regattastrecke zum Training – unser Bootshänger steht ideal in der Nähe der Stege, ein Blick auf’s Wasser – so könnte es bis Mittwoch bleiben. „Aufriggern“, so nennt man das Anschrauben der Ausleger, noch mal alle Einstellungen überprüfen und dann raus auf’s Wasser. Acht bis zehn Kilometer, zweimal 250 Meter volles Tempo zur Eingewöhnung, - alle sind zufrieden. Ab ins Hotel, jetzt steht Kultur auf dem Programm. Mit der S8 zum „Alex“, gemütlich am roten Rathaus vorbei. In den Berliner Dom, er ist auch für „Nicht-Kirchen-Freaks“ beeindruckend. Gegenüber der Platz, wo einst der Palast der Republik stand – wer von unseren jungen Sportlern kann eigentlich noch nachempfinden, was der bedeutete? Dann zum Brandenburger Tor, Mauerreste und kurze Erklärungen zum Reichtagsgebäude. Die Beine werden schwer. Jetzt nur noch Bus, Shopping wird gestrichen, um neun liegt alles wieder in den Zimmern.
21.9.2010 Dienstagmorgen. 6.00 Uhr. Fünfzehn Minuten laufen, Kreislauf auf Touren bringen. 6.20 Uhr Frühstück, 6.50 Uhr ab nach Grünau. 7.20 Uhr – Gerade geht die Sonne über dem spiegelglatten Spreewasser auf, ein Traum zum Rudern. Vier Kilometer, ein paar Starts, dann noch zwei Stunden bis zum Vorlauf. 1.000 Meter ist die Strecke bei „JtfO“ lang. Die Mädchen sind um zehn Uhr dran. Aus dem erhofften Sieg wird nichts, die Würzburgerinnen sind eine Länge voraus – Nachsitzen im Hoffnungslauf um 14 Uhr.
Bei den Jungs gab’s Probleme. Michael hatte sich am Vortag mehrmals übergeben, zum Glück haben wir Jonas dabei, der nun zum Einsatz kommt. Der Vorlauf geht locker, mit Platz zwei und guter Zeit ist das Halbfinale am Mittwoch erreicht. 14.00 Uhr der Hoffnungslauf der Mädchen – ich bin gespannt, ob wir unser erstes Ziel, die Finalteilnahme schaffen. Platz zwei muss es werden. 500 Meter weit kann man die Strecke einsehen, - und die Mädels liegen gut! Mit einer Länge in Front rudern sie an mir vorbei – Ein gutes Gefühl. Heute Nachmittag nur noch gemütlich Essen gehen, dann ist Finaltag.
Mittwoch, 22.09.2010, 5.30 Uhr: Laufen, Frühstück, Packen, mit der S-Bahn zur Strecke – alles Rituale, die unsere jungen Sportler schon lange drin haben. Und Grünau präsentiert sich wie selten: keine Wellen, eher etwas Schiebewind, gut für die leichtgewichtigen Mädchen. Einrudern wie gehabt. Das Halbfinale der Jungs wird ein Hammer. Die Riesen aus Dresden, Osnabrück ist auf Schulrudern programmiert, wie stark sind Berlin und Speyer? – Aber Fabian und Co. lösen die Aufgabe brilliant. Ein sicherer dritter Platz – wir sind im großen Finale dabei!
11.00 Uhr. Das erste Finale 2010 ist gestartet – alle Mädchen haben sich gut gefühlt. Die Gegnerinnen sind aber körperlich überlegen. Technisch rudern Fabienne, Aline, Annemarie und Malin sehr gut, Isabell feuert sie an. Essen ist vorne, Bramsche Zweite, Ratzeburg und Würzburg kämpfen Platz drei aus. Unsere Mädchen werden Fünfte vor Koblenz. Ich bin zufrieden, das war realistisch. Auch die Mädchen legen an, Enttäuschung ist nicht zu sehen. Sie haben gerade ihr letztes gemeinsames Rennen absolviert, drücken sich nochmal – einige hören mit dem Leistungssport auf.
12.40 Uhr: Wird es was mit einer Medaille? Ich habe die Jungs eingeschworen. Wir haben die ungeliebte Außenbahn, mehr Wellen. Nach den Vorentscheidungen müssen wir auf Würzburg und Lüdinghausen aufpassen, das sind die Gegner um Bronze. Lukas sagt später, „Vom Start weg waren wir hinten, ganz komisch!“. Aber dann kämpft sich unser Vierer heran, liegt bei 500 Metern gut im Feld, schon „im Boot“ von Dresden. Ich stehe 150 Meter vor dem Ziel, kann nichts schreien, die Boote sind zu weit draußen. Osnabrück wird Bundessieger, das ist klar, Dresden mit einer knappen Länge dahinter, unsere Jungs eine halbe Länge zurück, vielleicht einen halben Meter vor Würzburg. Der Rest ist Zittern, man sieht den Endspurt in allem Booten, die höhere Schlagzahl. – Dann sofort der Blick zur riesigen Anzeigetafel. Es dauert gut zwei Minuten – die Erlösung : 3. HE – Gymnasium Philippinum Weilburg 3:23,90 min – drei Zehntel vor Würzburg.
Jubel im Weilburger Boot – Stolz stehen Bindenberger, Kittler, Lößl, Schmitz, Schönfeld auf dem Treppchen, erhalten ihre Medaillen. –  Auch für mich ein tolles Gefühl. Eine kleine Stadt ist seit Jahren eine Hochburg im hessischen Schülerrudern, es finden sich immer wieder sport- und leistungsbegeisterte junge Menschen, die trotz hoher schulischer Belastung die Anstrengungen auf sich nehmen – aber auch viel davon profitieren.
Jetzt alles wieder abbauen, die Boote verladen, packen. Um 19.00 Uhr die große Abschlussveranstaltung in der Maxi Schmeling Halle mit Bundespräsident Christian Wulff als Gratulant. Michael darf auf die große Bühne um den Pokal für das Team abzuholen. Die Nacht wird lang, das war klar. Am Donnerstagmorgen um 8 Uhr bringe ich Fabienne wieder zum Flughafen, wir sehen uns an Weihnachten wieder. Dann Koffer holen, sieben Stunden Heimfahrt. Schön, dass die Eltern und Geschwister uns mit Transparent und einem guten Schluck auf dem Weilburger Bahnsteig empfangen – es tut gut!.
Berlin war die Reise wert.