| Aktionen


Aktionen im MLZ

An dieser Stelle möchten wir euch über aktuelle Aktionen des MLZ informieren.

Interview mit Marlene Röder

Am 29. September 2017 konnten einige Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8 und 9 die Jugendbuchautorin Marlene Röder zu einer Lesung begrüßen. Neben Auszügen aus ihrem neuen Roman „Cache“, stellt sie auch ihren bekannten Roman „Zebraland“ vor.
Im Anschluss nutzten E. und C. aus der Klasse 9a die Chance, Marlene Röder die Fragen zu stellen, die bis dahin noch unbeantwortet blieben:
Was hat Sie zu Zebraland inspiriert?
Ich wollte gerne eine Krimi-Geschichte schreiben, in der es um das Thema Schuld geht. Das Thema Schuld wird ja oft in Büchern über den zweiten Weltkrieg thematisiert und ich fand es spannend, irgendwie einen anderen Zugang zu finden, der vielleicht für Jugendliche ein bisschen aktueller ist.
Was war besonders wichtig für diesen Roman?
Schwere Frage! Ich glaube, das war, für mich selbst herauszufinden, wer dieser Erpresser, Mose, ist. Ursprünglich hatte ich einen anderen Plan, aber nach der Hälfte des Buches hatte ich eine neue Idee und habe den Roman eigentlich komplett umgeschrieben. Ich glaube, das war so einer der Schlüsselmomente für dieses Buch.
Inwiefern könnte oder sollte dieser Roman mit dem Leser machen?
Ich glaube, die Stärke des Romans ist eigentlich, den Leser anzusprechen, wie er oder sie sich in einer solchen Situation verhalten würde. Es geht weniger darum, Antworten zu liefern, sondern mehr darum, die Leser zum Nachdenken anzuregen.
Worauf haben Sie besonders beim Charakterdesign geachtet?
Ich glaube, ich habe darauf geachtet, dass die unterschiedlichen Charakterrollen erfüllt werden. Es ist ja oft so, dass es einen „Anführer“ gibt, und dann gibt es da jemanden, der eher zweifelt, das Ganze hinterfragt, und dann jemanden, der eher die Außenseiterposition hat. Diese Grundtypen waren die Grundlage für die Entwicklung der einzelnen Charaktere.
Wer ist Ihr persönlicher Lieblingscharakter?
Ich glaube, das ist Ziggy, weil ich einfach diesen Zugang über Raggae irgendwie interessant fand. Auch wie er sich im Roman verhält, ist mir persönlich am nächsten.
Was ist Ihre persönliche Lieblingsstelle im Roman, oder welche hat Ihnen besonders Spaß gemacht, sie zu schreiben?
Da muss ich etwas länger nachdenken! Ich glaube, es sind die Szenen, in denen es um Gruppendynamik geht, z.B. die Szene, in der sie im Schlauchboot auf dem See treiben und aushandeln, wie es weitergeht. Das war spannend zu schreiben, aber auch die Dialoge zwischen Ziggy und Elmar, in denen er immer so locker-flockig daherquatscht. Das hat auch auf jeden Fall Spaß gemacht, genauso wie das Suchen und Finden guter Bilder aus Songs von Bob Marley, die zur Geschichte passen.
Judith läuft am Ende der Geschichte weg. Wenn Sie Leserin wären, was würden Sie denken und wie könnte die Geschichte weitergehen?
Ich glaube, ich würde Judith wünschen, dass sie sich ein neues Leben aufbauen kann und dass sie selbst lernt, sich mehr zu öffnen, ihre Gefühle früher zu zeigen, weil man ja auch im Roman merkt, dass das großes Unheil über alle bringt. Ich hoffe, dass sie das hinkriegt!

Einige Fragen waren in der Klasse noch offen: Wie kamen Sie dazu, in einem Buch ein so ernstes Thema zu behandeln?
Also in Jugendbüchern geht es ja oft um existenzielle Sachen, wenn man viele Dinge zum ersten Mal erlebt – vielleicht auch gute. Ein Autounfall ist natürlich eine extreme Situation, die ich zum Glück auch noch nicht erlebt habe, aber ich glaube dieses Gefühl, schuldig zu werden, das kennt im Kleinen eigentlich jeder: wenn man vielleicht mal einen Streit hatte, wo es einem hinterher richtig leid tut, wenn man Sachen gesagt hat, die man gerne zurücknehmen würde, aber es ist zu spät. Das hat mich beschäftigt und darüber wollte ich gerne schreiben.
Sind Sie beim Schreiben strukturiert vorgegangen oder eher chaotisch?
Ich hatte schon einen Plan, Charakterisierungen der Figuren und Diagramme, wie die Personen zueinander stehen – wer befreundet ist, wer verliebt ist, wo es vielleicht einen Konflikt gibt. Das half mir dann, die Geschichte besser zu planen. Die wichtigsten Punkte hatte ich mir auch schon überlegt, aber beim Schreiben hat sich auch nochmal viel verändert. Deswegen ist es auch gut, wenn man so flexibel ist, den ganzen Plan eventuell wieder über den Haufen zu schmeißen.
Was ist das beste Mittel, um neue Ideen zu bekommen und oder eine Schreibblockade zu überwinden?
Ich glaube tatsächlich, einfach drauflos schreiben und sich nicht zu viele Gedanken darüber zu machen ist die beste Sache und wenn man eine gute Idee hat, sollte man auch gucken: Wohin führt mich das, wenn ich jetzt anfange zu schreiben? Am Ende ist man dann überrascht vom Ergebnis. Bei Zebraland war eine ganz witzige Technik Interviews mit meiner Schwester zu führen. Ich habe mich in die Rolle einer Person hineinversetzt und dann versucht, so zu sitzen und zu antworten, wie z.B. Philipp. Das hat mir geholfen, die Charaktere besser zu verstehen.
Welche Tipps können Sie angehenden Nachwuchsautoren- und autorinnen geben?
Viel lesen, viel schreiben und am besten Mitstreiter suchen. Ich finde, dass man, wenn man hin und wieder mutlos wird und an seinem eigenen Schreiben zweifelt, motiviert wird, wenn man mit Freunden zusammen schreibt. Es macht auch mehr Spaß, wenn dann mal jemand fragt: „Und? Wie geht´s weiter? Ist dir etwas Neues eingefallen? Hey, ich habe da neulich drüber nachgedacht! Ich habe da nochmal eine andere Idee für dich! Was hälst du davon?“ Das ist auf jeden Fall sehr motivierend. Außerdem gibt es auch sehr viele Wettbewerbe für Jugendliche, da sollte man einfach mal mitmachen und nicht den Mut verlieren, wenn es vielleicht einige Male nicht klappt – so war es  bei mir. (lacht)
Was ist ihr persönliches Lieblingsbuch und welche Bücher würden Sie empfehlen?
Das finde ich ganz schön schwierig. Also es gibt immer wieder Bücher, die ich gut finde, zum Beispiel von John Green „Eine wie Alaska“ oder „Kaputte Suppe“ von Jenny Valentine. Ich schwanke da immer und je nachdem, was ich zuletzt gelesen habe, antworte ich dann etwas anderes auf diese Frage. (lacht)
Wer ist beziehungsweise war ihr größtes Vorbild?
Vielleicht meine Patentante. Sie ist inzwischen leider gestorben, aber sie hat mich beim Schreiben immer unterstützt. Wir haben oft über das Schreiben gesprochen und sie hat mich immer bestärkt weiterzumachen. Sie hat sich auch sehr für Menschen mit Behinderung engagiert. Sie war ein ziemlich beeindruckender und toller Mensch in meinem Leben.
Gibt es sonst noch etwas, das sie vielleicht den Lesern noch sagen möchten?
Ich wollte mich einfach mal bedanken, dass ihr meine Bücher lest. Ich finde es auch immer wieder toll, was für Ideen dabei entstehen, wenn zum Beispiel Geschichten weitergeschrieben werden oder Leute bei Lesungen Fragen stellen, wo ich denke: „Huch? Darüber habe ich mir selbst nie Gedanken gemacht!“ Deswegen finde ich es ganz toll und auch spannend, Lesungen zu machen und in Kontakt mit den Jugendlichen zu kommen, die die Bücher lesen oder lesen müssen. (lacht) Naja, ich hoffe, dass es auch Spaß macht.

Nach oben

Der Welttag des Buches am GPW

Am diesjährigen Welttag des Buches, also am Freitag, den 23.04.10, hieß das Gymnasium Philippinum Weilburg die junge Gießener Schriftstellerin Marlene Röder zu einer Lesung willkommen. Das Weilburger Tageblatt berichtete bereits am Sonntag.
Die Veranstaltung wurde aus Sicht der 130 anwesenden Schüler und der Lehrer zu einem vollen Erfolg, denn die Autorin verstand es durch ihre natürliche, reizende Art, die Zuhörer in ihren Bann zu ziehen. Frau Röder hat nicht nur die Wissenslust geweckt, sondern auf ihre sympathische Weise die Leselust insgesamt gefördert. Während sie aus ihren beiden Büchern Im Fluss und Zebraland einige Stellen vorlas, herrschte atemlose Stille. Da sie das Ende nicht verraten hat, werden viele Zuhörer die Bücher entweder selber kaufen oder im schuleigenen Medien- und Lernzentrum ausleihen. Wer sich gleich für den Kauf entschied, konnte sein Exemplar von der Autorin signieren lassen.
Auch auf die von den anwesenden Schülern der 9. und 10. Klassen gestellten Fragen ging Marlene Röder offen und geduldig ein. So wurde sie gefragt, ob sie vom Schreiben leben könne und wie sie auf ihre Ideen zu den Büchern gekommen sei. Insgesamt zeigten die Fragen der Zuhörer das rege Interesse der Schüler. Ein ausführlicheres Interview mit der Autorin gibt es übrigens auf im Anschluss auf dieser Homepage.
Die Mitinitiatorin der Lesung, Frau Gudrun Ehlert-Lorenz, wird die Autorin auf jeden Fall noch einmal für den Herbst einladen, damit noch mehr Schüler unserer Schule sich von der jungen Schriftstellerin begeistern lassen können.

Nina, 10b

Unter den folgenden Links findest du:

  • einen Bericht zum Welttag des Buches am GPW

  • ein Interview mit der Autorin Marlene Röder

Umfrage zum Thema Lesen

Hier findest du die Auswertung der Umfrage zum Thema "Lesen":

Mitmach-Roman - Eine Aktion zum Tag der offenen Tür 2010

Dieser Mitmach-Roman ist ein gemeinsames Produkt der Besucher und Helfer. Jeder war dazu eingeladen dem Text einen Satz hinzuzufügen. So entstand folgende Geschichte:

"Heute sollte nichts so sein wie gestern!
Die Schule stand noch am gleichen Platz, aber sonst war alles anders. Zusammen erkundeten wir das Gelände. Wen würden wir treffen? Was würden wir sehen?

Zuerst stießen wir auf ein freundliches Begrüßungskomitee, das uns zu einem ersten Rundgang durch die Schule einlud. Wir gingen durch eine große Bücherei, deren Bücher alt und geheimnisvoll aussahen. Plötzlich hörten wir ein Rascheln. Was war das? Eine Maus? Husch – saß ein kleines Buch auf meiner Schulter, das mir mit seiner piepsigen Stimme die Geschichte der Schule erzählen wollte. Ich erschrak und machte einen Satz zur Seite. Das Buch flog ängstlich in sein Regal zurück und ich konnte die Buchseiten vor Zittern rascheln hören. Da dachte ich: „Oh, das arme kleine Buch!“ Was sollte ich jetzt nur tun? Es ansprechen? Oder einfach weitergehen? Ich entschied mich dazu es anzusprechen und fragt es ganz vorsichtig, warum es denn so zittere. Dann ermunterte ich es mit einem freundlichen Lächeln wieder näher zu kommen. „Ich bin mir nicht sicher, ob mich alle so behandlen, wie ich es gewohnt bin“, flüsterte das Buch. Zögerlich kletterte es auf meine Schulter und gemeinsam gingen wir in die Sporthalle. Wir machten die Türe auf und was sahen wir da? Ganz viele Schüler. Sie liefen kreuz und quer durch die Dschungellandschaft aus Seilen, Riesenbällen, Kästen-Türmen und Volleyball-Netzen. Dann kam der König der Sporthalle. Mit seinen großen Augen blickte uns der dicke Medizinball an. Auf seinem Kopf thronte ein Pylon mit Federn. Mit seiner tiefen Stimme fragte er: „Woher komme ich und wohin fliege ich dann?“ Die Turnmatte drehte sich verwundert um, wer hatte da gesprochen?
"

Fortsetzung folgt!

© 2018, Gymnasium Philippinum Weilburg  |  Impressum und rechtliche Hinweise Datenschutz