| Philosophie-AG


"Wer sind wir? Wo kommen wir her? Wohin gehen wir? Was erwarten wir? Was erwartet uns?" – So lauten die Eingangsätze aus Ernst Blochs Hauptwerk „"Das Prinzip Hoffnung". Diese oder vergleichbare Fragen sind es, die am Anfang jeder Beschäftigung mit Philosophie stehen und Interessierte schnell in ihren Bann ziehen.

Aber was ist überhaupt Philosophie? Wofür brauche ich Philosophie? Das griechische Wort "Philosophie" wird meistens mit "Liebe zur Weisheit" oder "Liebe zur Wissenschaft" übersetzt. Die Tradition der westlichen Philosophie beginnt im antiken Griechenland. Schon seit den frühen Tagen der vorsokratischen Naturphilosophie fragen sich Menschen – ohne dabei auf religiöse Mythen zurückzugreifen – , was die Welt ist, wie es in der Welt zugeht und was man überhaupt über die Welt wissen und aussagen kann. Philosophen beschreiben dabei allgemeine Gesetze, sie beschränken sich nicht auf den Gegenstand einer Einzelwissenschaft, sondern nehmen das Ganze in den Blick. Philosophen sind – wie Odo Marquard sagt – "Spezialisten fürs Allgemeine". Jedoch nicht jede Philosophie ist dabei ihrem Selbstverständnis nach neutral. Philosophie will nicht immer nur aus der Distanz über die Gegenstände sprechen, nicht immer nur "theoretisch" über Sachverhalte räsonieren, sondern sich stellenweise auch einmischen, eben die Welt verändern. Deshalb sagen Max Horkheimer und Theodor W. Adorno in ihrem Werk "Dialektik der Aufklärung": "Philosophie ist nicht Synthese, Grundwissenschaft oder Dachwissenschaft, sondern die Anstrengung, der Suggestion zu widerstehen, die Entschlossenheit zur intellektuellen und wirklichen Freiheit."

 

Die Philosophie-AG will Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit bieten, solchen und ähnlichen Fragen unter Anleitung selbständig nachzugehen. Wir wollen uns nicht in erster Linie mit Gegenständen des Ethik-Unterrichts auseinandersetzen (auch wenn sich Berührungen nicht immer vermeiden lassen), sondern eher Themen bearbeiten, die sich mit Erkenntnistheorie, Metaphysik, Logik, Ästhetik, Natur- und Technikphilosophie etc. befassen. Wir lesen in der Regel zentrale Texte der Philosophiegeschichte oder diskutieren aktuelle Probleme. Dabei kann man üben, komplexe Sachtexte schneller zu verstehen und schwierige Sachverhalte präziser zu formulieren.

 

Und vielleicht findet nebenbei der eine oder die andere Antworten auf Fragen, die bereits Immanuel Kant gestellt hat: "Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen?"

 

Leitung: Herr Jordan

Wann und wo (2016/2017): Donnerstags, 7. Stunde (12:45-13:30 Uhr),  im MLZ

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